& 46 Monate später packt mich wieder die Reiselust - "was bisher geschah" ...
Wie die Zeit rast! Am Pfingstmontag vom Jahr 2022 begann ich im Hotel Stern Chur als Stv. Empfangsleiterin zu arbeiten. Mein Traumjob, seit ich ein Kind war. Die Hotellerie mit dem internationalen und mehrsprachigen Gästekontakt, den front- und back office Arbeiten und vor allem auch den lieben Mitgastgebern erfüllte mein Arbeitsherz für eine lange Zeit. Aufgrund einer Auszeit meiner Chefin übernahm ich ad Interim die Empfangsleitung für ein halbes Jahr und stellte mich neuen Herausforderungen. Anschliessend durfte ich mit meiner ehemaligen Vorgesetzten zusammen die Rezeption als Co. Empfangsleiterin leaden. Es war eine anspruchsvolle Aufgabe, ein Team von zwischen 8 und 11 Mitgastgebern inkl. Lernenden und Nachtportier zu führen, den Verkauf von knapp 70 Zimmer zu managen und gleichzeitig das Tagesgeschäft am Laufen zu halten. Zusammenhänge erkennen, Schnittstellen pflegen, Gästezufriedenheit bewahren, Teammotivation erhalten… es waren schöne Aufgaben, welche mich das Reisen für eine Weile vergessen lassen haben.
Im Herbst 2025 konnte ich mir knapp zwei Monate frei nehmen und wieder mit kleineren Reisen starten, um meine wiederkehrende Reiselust zu befriedigen...jedoch war das nicht genug.
Abenteuerland Madagaskar – 09./10.2025
Für knapp drei Wochen reiste ich mit einer Kollegin einmal mehr in meinen Lieblingskontinent: Afrika. Dieses Mal ging es auf die Insel Madagaskar, eines der weltweit ärmsten Länder. Die ersten neun Tage waren wir mit einer geführten Tour unterwegs, wo wir diverse Wanderungen in Trocken- und Regenwälder machen durften, Lemuren und andere indigene Tiere bestaunen konnten und die afrikanische Inselkultur auf uns einwirken liessen. Aufgrund der anhaltenden Proteste und der darauffolgenden Machtübernahme vom Militär hatten wir jedoch mehr Tumult als gewollt während den ersten Tagen. Dies, weil wir immer wieder über unseren Knotenpunkt Antananarivo fliegen mussten. Wir wurden ständig von der Armut begleitet… Kinder bettelten um Trinkwasser, die Fussbälle der Kinder bestanden aus zusammen geknoteten Kleidern, die Hygiene lässt praktisch überall zu wünschen übrig. Es ist für mich schwierig mit anzusehen, wie auf unserer Welt «andere Probleme» auf Social Media 1000x erwähnt und gedreht werden, die Hungersnot (welche ja wehement mehr Leute betrifft) aber nach wie vor einfach unter den Tisch gekehrt wird. Alle paar Sekunden stirbt in Arika jemand an Hunger oder Durst – aber dieser Armut lässt viele kalt, da es uns nicht direkt betrifft. Zumindest versuchten wir in diesen Wochen, ein winziger Beitrag zu leisten und verschenkten viele Kleider, Wasser und Respekt gegenüber den lieben Einheimischen.
Nach eindrucksvollen ersten Tagen gingen wir dann noch zu zweit auf die Insel Nosy-Be, ein traumhaft schöner Ort! Wir gingen tauchen, hatten Glück und konnten sogar kurz Walhaie im freien sehen, liefen in Dörfchen umher, genossen einheimisches Essen und liessen die Sonnenstrahlen auf unsere Haut einwirken. Es war eine fantastische Zeit mit dir in Madagaskar – Danke Alissa!
Asia Trip; Thailand, Singapore und Sri Lanka – 10./11.2025
Mein erstes Mal auf dem asiatischen Kontinent! Für drei Wochen haben wir die köstlichsten Currys in Thailand genossen, schlenderten durch die wunderschönen Dörfchen und Städte, erlebten gemütliche Strandtage in Koh Tao und das aktive Nachtleben in Bangkok.
Die Reise begann im Süden: Phuket. Die Stadt war herzig, aber hat uns nicht umgehauen. Natürlich mussten wir uns gleich schon zu Beginn eine dieser berühmten Massagen gönnen… Schnell aber zog es uns dann auch schon in Richtung Natur, so reisten wir nach Kaoh Sok - in den Regenwald. Wir machten ein Tagesausflug in den Nationalpark, wo wir auf dem tiefblauen See, umrandet von steilen Bergen kajaken gingen. Da wir noch mehr oder weniger knapp in der Monsunzeit waren, regnete es viel. Schliesslich haben wir uns dann entschlossen, bereits nach zwei Nächten weiter zu Reisen. Wir nahmen eine Nachfähre (und schliefen quasi in einem Militärbunker-Bett) auf Koh Tao. Hier hiess es einige Tage tauchen, geniessen, erkunden. Aufgrund dessen, dass die thailändische Königin kurz vor unserer Abreise aus der Schweiz gestorben ist, wurden diverse Full-Moon-Party’s abgesagt, welche wir eigentlich besuchen wollten… da wir nun quasi zwei drei Tage zu viel hatten, buchten wir spontan ein Trip auf Singapore. Eine Stadt, die niemals schläft. Was für ein Kontrast zu Madagaskar… und unter uns gesagt: mir gefallen die Steppe und das abenteuerliche Reisen besser als diese tadellos funktionierenden Grossstädte. Natürlich haben diese auch ihren Reiz, aber es ist für mich einfach viel weniger eindrucksvoll. Dennoch hatten wir drei gut gefüllte Tage; wir waren bei den Gardens by the Bay, auf Sentosa, auf dem «Schiff» Marina Bay Sands und vielem mehr. Natürlich durften auch alle 0815 Touristenfotos nicht fehlen…
Wir flogen nach bereits drei Tagen wieder zurück auf Thailand, dieses Mal hoch in den Norden, nach Chiang Mai. Wir wurden wieder von Monsunregen und dickem Nebel begleitet, hatten dennoch eine schöne Zeit und natürlich war es im Norden nicht anders wie im Süden: Reis und Poulet gefühlt zum Frühstück, zum z’Mittag und zum z’Nacht. Unser letztes Abenteuer war dann in Bangkok, wo wir uns auf das Nachtleben freuten. Wir besuchten diverse Clubs und gingen die Ladyboy Show im Calipso schauen. Eine sehr eindrucksvolle Stadt. Nach drei wunderbaren Wochen gingen wir dann getrennte Wege, meine Kollegin zurück in die Schweiz und ich flog nach Sri Lanka… Danke Nadia, für alle Abenteuer, welche wir zusammen erleben durften!
So flog ich allein von Thailand nach Sri Lanka, wo Darina praktisch zeitgleich eingeflogen ist. Wir hatten zusammen zwei Surfcamp-Wochen gebucht in Weligama. Wir waren zwei Wochen auf dem Surfbrett und machten jeden Tag wieder Fortschritte in Richtung Profi ;) - ist gelogen, tönt aber gut. Nach einer Woche durften wir aber tatsächlich schon auf eine «Wellenkategorie» höher surfen gehen… doch das war für uns beide nicht so das Wahre – ich hatte da dann doch etwas grossen Respekt (nun ja, vielleicht auch Angst?) vor den Wassermassen, welche uns teils an den Boden spülten. Eine kleine Wasserauszeit kam genau richtig; wir machten ein paar Ausflüge um die Südspitze herum.
Trotzdem hielten wir uns aber meistens im Surf-Camp auf. Sie boten uns diverse coole Freizeitaktivitäten an – dazwischen ruhten wir uns aus. Wir surften täglich – natürlich aber lief nicht immer alles rund. Darina bekam eine Ohrenentzündung und musste deshalb einmal aussetzen, ich wurde im Wasser von etwas Giftigem gebissen oder gestochen und musste deshalb ebenfalls einmal aussetzten. Doch trotz dieser kleinen Rückschläge waren es zwei coole Wochen – streng aber witzig, danke Darina!
... und jetzt, wie geht es weiter?
Das Reisen erfüllt(e) mich schon immer. Es bringt mich weiter. Es erweitert mein Horizont. Es öffnet mein Herz zu neuen Kulturen, Sprachen und Leuten. Ich möchte meine bereits erlernten Sprachen festigen, neue dazu lernen und diese auch brauchen. Somit entschloss ich mich, mein Job zu kündigen. Ob ich die Hotellerie vorerst hinter mir lasse oder nicht, weiss ich noch nicht. Ich weiss nur, dass ich jetzt zuerst wieder die Welt entdecken gehen will. Ich bin selbst gespannt, was mir dieses Jahr noch an Abenteuer beschert, und freue mich jetzt schon, euch auf dem Laufenden zu halten!
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